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Internet im ICE – Risiken und Möglichkeiten

9. 03. 2016

Der Intercity wird immer mehr zum Großraumbüro. Munter surfen Geschäftskunden mobil im Internet, schreiben E-Mails oder stellen Präsentationen für ein bevorstehendes Treffen zusammen. Bisher hat die Deutsche Bahn 69 ICE-Züge mit WLAN (Wireless Local Area Network) ausgestattet, damit geschäftlich Reisende ihre Fahrtzeit sinnvoll nutzen können. Doch so praktisch und produktiv die Zeit im Zug auch sein mag – sie birgt Risiken.

Zu viel Sorglosigkeit im Umgang mit Daten

In den Unternehmen wird viel getan, damit keine vertraulichen Informationen nach draußen sickern. Doch sobald die Mitarbeiter einen Fuß nach draußen – und oftmals in die Bahn – setzen, scheint alle Vorsicht mit einem Mal dahin. Anscheinend vergessen reisende Geschäftsleute ab und an, dass sie nicht alleine sind, wenn sie ihren Laptop aufklappen und mit internen Unternehmens-Daten hantieren oder vertrauliche E-Mails verfassen, die für Mitreisende gut lesbar sind.

Auch offen geführte Telefonate führen bisweilen dazu, dass das gesamte Abteil über firmeneigene Details informiert wird. So viel Sorglosigkeit ist bedenklich. 

Die Zeit im Zug produktiv nutzen

Rund 6,7 Milliarden Euro haben Unternehmen letztes Jahr für Dienstreisen mit der Deutschen Bahn ausgegeben. Da ist es nur verständlich, wenn diese Zeit auch sinnvoll genutzt werden soll: Reisezeit ist Arbeitszeit. Dennoch sollte die Sicherheit nicht vernachlässigt werden.

Wer auf Nummer sicher gehen und später keine bösen Überraschungen erleben möchte, sollte wichtige Telefonate – soweit möglich – nicht im Zug führen. Für die Arbeit mit dem Laptop gibt es Folien, die auf das Display geklebt werden und einen Sichtschutz vor neugierigen Nachbarn bieten. 

WLAN-Hot-Spots im ICE

Rund 12,5 Millionen Zugfahrten sind letztes Jahr für geschäftliche Zwecke bei der Deutschen Bahn gebucht worden. Morgens zwischen sechs und zehn Uhr sowie abends zwischen vier und acht Uhr reist jeder zweite Bahnkunde geschäftlich. 

Die Deutsche Bahn bietet in Zusammenarbeit mit der Deutschen Telekom auf einigen Strecken WLAN im ICE an: Auf rund 1500 Kilometern des ICE-Netzes kann drahtlos im Internet gesurft werden – auch bei Spitzengeschwindigkeiten bis zu 300 Kilometer pro Stunde.

Internet-Zugang ab acht Euro pro Stunde

Kunden der Deutschen Telekom können sich direkt mit dem Internet im Zug verbinden. Alle anderen Fahrgäste können im Voraus online sogenannte Zeitkontingente kaufen.

Wer in einem ICE ohne WLAN-Infrastruktur sitzt, kann notfalls auf einen Internet-Zugang via Mobilfunknetz zurückgreifen. Entweder man bucht einen Prepaid-Datentarif oder man besorgt sich einen Datentarif Vertrag mit einer längeren Laufzeit. Für Verbraucher, die viel surfen, ergeben sich bei den 24monatigen Verträgen gegenüber den teuren Tarifen ohne Vertrag durchaus Einspar-Möglichkeiten.

Autor: ES