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Grundlagen des Cloud Computing

Das Modell einer Cloud besteht aus drei Hardware Elementen: Erstens dem Rechner, den Sie nutzen, um sich mit dem Rechenzentrum des Cloud-Anbieters in Verbindung zu setzen, zweitens den Rechnern dieses Rechenzentrums und drittens der Datenleitung, die Ihren Rechner mit den Rechnern des Cloud-Anbieters verbindet.

Dazu kommt als viertes Element ein Cloud-typisches Verfahren, nämlich die Virtualisierung fast aller Teile der traditionellen IT-Ausstattung  Ihres Unternehmens.  Diese Ausstattung umfasst typischerweise erstens PCs mit ihren Rechenchips, zweitens die Programme, die auf den PCs gespeichert sind, drittens die Server auf denen Ihre Firmendaten dann gespeichert werden und viertens die Software, die im Firmennetz läuft.

Das alles wird beim Cloud-Computing als virtuelles Modell  nachgebildet. Diese virtuelle Hard- und Software läuft auf den Rechnern der Cloud-Anbieter und kann von Ihnen dort übers Internet genutzt werden.

Die Hardware-Elemente

In einem Cloud-Modell gibt es die traditionellen PCs mit großer Rechenkraft in Ihrem Unternehmen nicht mehr. Die Hardware-Ausstattung hat stattdessen folgende Struktur: In den Büros gibt es statt dessen abgespeckte Geräte,  die nur noch eine wesentlich Funktionen beherrschen: Sie müssen mit einem Browser die  Internetverbindung herstellen (und dafür sorgen, dass Tastatur, Maus und Bildschirm genutzt werden). Diese „Thin clients“ genannten Geräte brauchen auch keinen nennenswerten eigenen Speicherplatz mehr, da die Daten auf den Rechnern (Servern) des Cloud-Anbieters abgelegt werden. Mehr zum Thema „thin clients“ finden Sie unter dem gleichnamigen Stichwort auf dieser Webseite.  Dazu kommen im mobilen Bereich Endgeräte wie Tablets, Netbooks oder Smartphones, mit denen beispielsweise Außendienst-Mitarbeiter  übers Internet überall auf die in der Cloud gelagerten Programme und Daten zugreifen können.

Einziger Zweck aller Geräte, die in Ihrem Unternehmen stehen ist es – vereinfacht gesagt –  per Internet eine einwandfreie Verbindung zum Rechenzentrum des Cloud-Anbieters herzustellen. Dazu brauchen Sie eine schnelle Datenleitung von Ihrer Firma zum Clud-Anbieter. Die Kapazität der Leitung hängt dabei von der Firmengröße ab.

Die dritte Hardware-Komponente in unserem vereinfachten Modell ist das Datenzentrum des Cloud-Anbieters mit seinen vielen Rechnern. Diese Datenzentren bieten insbesondere im Firmenkunden-Bereich einige Extras. Dazu gehört beispielsweise ein zweiter Server, der zeitgleich exakt die gleichen Daten speichert wie der erste und im Falle eines Falles – beispielsweise wenn die Datenleitung zu Server Nummer Eins nicht funktioniert – die Versorgung übernimmt. Manche Cloud-Anbieter haben für jedes Unternehmen einen getrennten Zugang zum Server, auf dem seine Cloud-Dienste laufen.

Die Verfahren: Virtualisierung und Skalierung

Das grundlegende technische Verfahren des Cloud-Computing ist die Virtualisierung. Was heißt das? Vereinfacht gesagt wird in einem reinen Cloud-Modell die gesamte IT-Infrastruktur eines Unternehmens – außer Maus, Tastatur und Bildschirm – virtuell in einem Computermodell nachgebildet und dann auf Anfrage zur Verfügung gestellt.

Der große Vorteil dieser Lösung: Man hat keine feste stationäre Infrastruktur mehr. In der traditionellen Situation haben Sie beispielsweise PCs mit einer bestimmten Rechenkraft. Die rechnen also mehr oder weniger schnell.  Brauchen Sie schnellere PCs (mit mehr Rechenkraft) müssen Sie neue kaufen. In der Wolke bestellen Sie einfach ein bisschen mehr Rechenkraft beim Cloud-Anbieter – das geht schneller und unkomplizierter als der PC-Kauf und ist obendrein billiger.

Das gleiche gilt für die Software: Bei der traditionellen IT-Struktur kaufen Sie für jeden PC eine Bürosoftware, (genauer gesagt eine Nutzungslizenz für diese Software). Bei Cloud-Diensten mieten Sie die Software nach Bedarf. Ist der Bedarf größer (neue Mitarbeiter) wird mehr gemietet, ist er geringer (weniger Mitarbeiter) wird weniger gemietet.

Diesen Effekt der Virtualisierung – also die beliebige Anpassung an den Bedarf des Kunden –  nennt man Skalierung. Er betrifft alle Bereiche: Bei ihrer traditionellen IT-Ausstattung sind Sie immer festgelegt auf eine bestimmte Anzahl von Rechnern mit einer bestimmten Rechenkraft und einer bestimmten Anzahl von Büroprogrammen, dazu einen Server mit einem bestimmten Speicherplatz. Brauchen Sie mehr, müssen Sie teuer zukaufen, brauchen Sie weniger stehen Teile ungenutzt herum.  In der Cloud zahlen Sie immer für so viel IT, wie Sie gerade aktuell brauchen.